Sonntag, 21. August 2016

Oberländer Bunker als Besuchermagnet

Fünf Festungen und Bunker standen am Samstag, 20. August, den Besuchern am Berner Oberländer Festungstag offen. Das Interesse an den Objekten der Schweizer Militärgeschichte in Einigen, Hondrich und Krattigen war erfreulich gross. Zudem feierte der Festungsverein Hondrich zwei kleine Jubiläen.

Man hätte am Samstag etliche komplette Bunkerbesatzungen zusammenstellen können, wenn man jeden Besucher gleich rekrutiert hätte: Das Interesse an den früher geheimen Anlagen in Einigen, Hondrich und Krattigen war erfreulich hoch, wie die drei Organisationen (Festungsverein Hondrich, Infanteriefestung Berner Oberland und Artillere-Fort Spiez-Krattigen) Bilanz ziehen. Insgesamt konnten rund 700 Eintritte verzeichnet werden.

Zu besichtigen waren drei Infanteriebunker und die Sperrstelle Einigen-Kander, die auch erstaunlich viele unmittelbare Anwohner interessierten. Mehr als einmal war zu hören, „jetzt wohne ich jahrelang hier, und habe kaum gemerkt, dass da ein Bunker steht. Und drin war ich sowieso noch nie.“ In Einigen sollte ein möglicher Feind am Überschreiten der Kander gehindert werden – mit Panzerabwehrkanonen und Maschinengewehren.

Aus dem Hintergrund hätte das Artilleriewerk Krattigen auf die Sperre Einigen gewirkt. Der private Besitzer öffnete die Waffenstellungen und Stollen, in deren späterem Leben auch die geheime Widerstandsorganisation P-26 trainiert hat. Das Werk ist mit seinem speziellen dreieckigen Grundriss und seiner Geschichte einzigartig.

Das Kommando über die schweren Geschütze im Raum Thunersee hatte die Festung Heinrich. Die Betreiber dieses Kommandopostens feierten am Samstag auch gleich zwei kleine Jubiläen: Vor zehn Jahren hat der Festungsverein Hondrich den privaten Betrieb der Anlage übernommen. Es dauerte sieben Jahre, bis die heutigen Besitzer die Festung endlich kaufen konnten. „Im Schnitt wurden seither 1100 Personen jährlich durch die langen Stollen im Hondrichhügel geführt“, erklärte Vereinspräsident Hansueli Frei den Gästen. Aktuell hat die Organisation über 80 Mitglieder. Das zweite Jubiläum war der Baubeginn der Anlage im Herbst vor genau 75 Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg.

Das Fazit des Berner Oberländer Festungstages: Mit den erwähnten 700 Besuchern sind die Organisatoren sehr zufrieden. Eine Neuauflage des Anlasses im nächsten Jahr – zum Beispiel in den Bunkern und Festungen auf der rechten Thunerseeseite – ist denkbar. 
Der Festungsverein Hondrich feierte


Besucher betreten das Artilleriewerk Krattigen: Nach dem Eingang geht es mehrere Meter in den Untergrund.

Wegweiser zum Bunker A2011 Terrasse (im Hintergrund) mitten in Einigen.



Donnerstag, 18. August 2016

Rückblick: 27.9.1939 - Die zweite Befestigungslinie wird gebaut


Am 27.9.1939 berichtete die «Oberländer Volkszeitung»: Die Armeeleitung macht darauf aufmerksam, dass gegenwärtig auch im Innern des Landes Befestigungsarbeiten ausgeführt werden. Es ist eine planmässige, seit längerer Zeit vorgesehene Verstärkung der Landesverteidigung, die jetzt von den im Dienste stehenden Truppen ausgeführt wird.

Dienstag, 16. August 2016

Rückblick: 8.9.1939 - die bernische Kantonspolizei im Stahlhelm.


Bisher war nur die Stadtpolizei Bern mit Stahlhelm und Karabiner versehen, in welcher Ausrüstung sie zurzeit eine Reihe von Gesandtschaften bewacht. Der Regierungsrat hat kürzlich beschlossen, die Kantonspolizei ebenfalls mit Stahlhelm, Karabiner und Gasmaske auszurüsten.

Dies wurde am 8.9. 1939 in den Medien gemeldet.